Projektteam Kraftwerksbau
Die Projektierung sowie der Bau von Kraftwerken hat in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren eine neue Aktualität gewonnen. Die bestehenden Kernkraftwerke müssen wegen der Begrenzung ihrer Laufzeiten durch neue Kraftwerkskapazitäten ersetzt werden. Bestehende kohle- und gasbefeuerte Anlagen sind durch moderne neue Kraftwerke mit höherer Effizienz und höherer Umweltverträglichkeit auszutauschen. Die Energieversorger und Kraftwerksbetreiber wie auch die Anlagenbauer und Bauindustrieunternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen. Die Beschaffungsseite hat sich durch den nationalen wie internationalen Nachfrageüberhang dramatisch verschärft. In den vergangenen beiden Jahren war der Planungs- und Baufortschritt weniger durch Kapitalressourcen, sondern durch die verfügbaren personellen und maschinellen Kapazitäten bestimmt. Dies betrifft nahezu alle Bereiche, insbesondere aber den Stahlbau für Kesselgerüste, Lager etc., den anlagentechnischen Kanalbau, aber auch die sonstigen Gewerke mit hohem Stoff- und Produktionsanlageneinsatz. Hierzu kommt die begrenzte Anzahl an Fachingenieurbüros aller Leistungsbereiche, z. B. des Stahlbaus. Daneben hat die Stoffpreiserhöhung mit teilweise über 100 % für einzelne Güter und Baustoffe die Budgetrisiken weiter erhöht. Seriös kalkulierende Anbieter und Fertigungsbetriebe müssen daher mit einer Preisgleitung wichtiger Baustoffe arbeiten und diese in ihre Verträge aufnehmen. Auch wenn hier bedingt durch eine Abschwächung der Konjunktur eine leichte Ermäßigung eingesetzt hat, bleiben die Märkte volatil.
Baubetrieblich steht die Abwicklung der Maßnahmen vor keinen geringeren Schwierigkeiten: Die beauftragten Unternehmen sind zum Teil mittelständisch geprägt und können Marktschwankungen nur im geringen Umfang auf der Materialseite als Risiko übernehmen. Ferner sind die Unternehmen in der Regel darauf angewiesen, Logistik (z.B. Großkrane) von Lieferanten oder Herstellern zu beziehen bzw. anzumieten. Auch hier sind die Kapazitäten nach einem Jahrzehnt der Baurezession erheblich zusammengeschrumpft und stehen nunmehr für die Großprojekte des Kraftwerkbaus nicht mehr im erforderlichen Umfang durchweg zur Verfügung. Beispielsweise sind aktuell keine Großkrane für die Kesselgerüste von Großkraftwerken auf dem Markt verfügbar. Die langen Dispositionszeiten sind zur erfolgreichen Umsetzung des Projekts und zur Vermeidung von Störungen zwingend zu beachten.
Die personellen Kapazitäten in der Montage und Bauausführung sind ebenso aktuell nicht in ausreichendem Umfange vorhanden. Auch wenn dies durch geeignete vertragliche und projektvorbereitende Maßnahmen sichergestellt wird, so muss jedenfalls damit gerechnet werden, dass im Falle von Störungen des Ablaufs neue Kapazitäten kaum oder gar nicht zur Überwindung der Störungen herangezogen werden können. Bauzeitverschiebungen sind daher in der Regel mit erheblichen weiteren Störungen verbunden.
Zur Kompensation von Engpässen auf der Beschaffungsseite werden in erhöhtem Umfange Kapazitäten aus dem europäischen, aber auch dem außereuropäischen Ausland auf allen Ebenen der Projektentwicklung hinzugezogen. Dies betrifft die Lieferanten, Nachunternehmer, Planer wie auch die Produzenten. Diese Internationalisierung führt per se zu keiner Verschlechterung der Projektabwicklung, erfordert aber erheblichen zusätzlichen Koordinierungsaufwand. Diesem muss von Anfang an in geeigneter Art und Weise Rechnung getragen werden, um Kostenvorteile zu sichern.
Wir haben schon sehr früh die Notwendigkeit einer umfassenden technischen, rechtlichen und baubetrieblichen Beratung für den Kraftwerksbau erkannt. Dabei war unser Ansatz von Anfang an darauf gerichtet, den Mandanten eine umfassende technische, baubetriebliche und rechtliche Beratungskompetenz als Komplettlösung aus einer Hand zur Verfügung zu stellen. Wir konnten hier auf die einzigartige, seit nunmehr einem Jahrzehnt erfolgreiche enge Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Juristen zurückgreifen. Heute verfügen wir über ein erfahrenes und leistungsfähiges Beraterteam Kraftwerksbau, bestehend aus acht festen Mitarbeitern. Unser Beraterteam konnte in den vergangenen Jahren ein großes Know-how im Industrie- und Anlagenbau aufbauen, welches wir positiv für aktuelle und künftige Kraftwerksprojekte einsetzen wollen. Unser aktuelles Leistungsangebot der Projektgruppe Kraftwerksbau bietet für die Bauindustrie, die Unternehmen des Anlagenbaus sowie die Bauherren folgende einzelne oder zusammenhängende Leistungsgruppen...

